Wand’rer heißt mich die Welt:

weit wandert’ ich schon,

auf der Erde Rücken

rührt’ ich mich viel.

 

(Richard Wagner: Ring des Nibelungen, Siegfried, Erster Aufzug)

Apropos mental maps: Obwohl ich der Ostseeküste in ihrer landschaftlichen und kulturellen Vielfalt, ihren lichten Buchenwäldern und sehr unterschiedlichen Küstenformationen innerlich sehr verbunden bin, habe ich für den Header meiner Webseite eine der für mich schönsten Landschaften Norddeutschlands ausgewählt: Das einsame Listland im Norden der Insel Sylt. Das nebenstehende Foto mit einem Blick auf die Mecklenburger Bucht ist auf einem Hochuferweg nahe Heiligendamm entstanden.

Das Gehen, das Wandern in einer offenen, von starken natürlichen Reizen geprägten Landschaft weitet innere Horizonte. Wie den Blick, so kann ich auch meine Gedanken schweifen lassen. Die Reize der äußeren Welt regen mich an, beleben mich. Gedanken werden klarer, Gefühle entfalten sich. Ich werde frei, neue Wege zu gehen.

Im Autogenen Training erfahre ich die Möglichkeiten der Bewußtseinseinengung, der Fokussierung, der Selbststeuerung. Im Gehen erlebe ich dagegen den anderen Pol unserer Selbst- und Welterfahrung. Die Hinwendung zu Offenheit und Ganzheit meines inneren und äußeren Erfahrungsraums hat heilende Kraft. Das Konzept der Achtsamkeit hat längst Eingang in die Psychotherapie und Psychiatrie gefunden. Jenseits der Achtsamkeitsübungen in psychotherapeutischem Kontext ist diese Erfahrung für mich mit dem Gehen verbunden.